Hardwaretest - Logitech G19

Die G19 ist derzeit das Flaggschiff der Logitech-Tastaturen. Als Weiterentwicklung der Logitech G15 wurde nochmal gründlich Hand angelegt und unter anderem Display und Makrotasten überarbeitet. Ob man mit der G19 tatsächlich ein "Arsenal an moderner Gaming-Technik" bekommt, wie Logitech stolz verkündet, wird der folgende Review zeigen.
Erster Eindruck / Lieferumfang:
Bereits beim Auspacken der Gaming-Tastatur fällt das relative große Layout auf, das nicht zuletzt den 12 Makrotasten auf der linken Seite und dem neuen Display zu verdanken ist. Die G19 kommt mit folgenden Maßen: (BxHxT in mm) 500x40x195 (ohne Display und Handballenauflage), bzw. 500x[60-70*]x[245-265*] (mit Display und Handballenauflage) *je nach Display-Neigung. Das Display ist, anders als bei der G15 nicht mehr monochrom, sondern farbig mit einer guten Auflösung von 320x240 Pixeln auf einer Fläche von 48x37mm. Das "Farb-LCD GamePanel" ist an einer Stange in Aluminium-Optik um rund 40° neigbar. Die Beleuchtungsstärke des LCDs kann per Treiber stufenlos eingestellt werden. Die Tastatur bietet das Standard-Layout nebst oben und links angeordneten Sondertasten für Multimedia-, Display- und Makrosteuerung. Mit Außnahme der Sondertasten weisen alle anderen die gewöhnliche Tastenhöhe von 4mm auf. Um die Tastatur den eigenen Wünschen anzupassen, kann optional die Handballenauflage hinzugesteckt und die beiden Klappfüße ausgeklappt werden, welche eine zusätzliche Höhe von rund 10mm zur Folge haben.
Neben der Tastatur selbst liegt der G19 noch ein Quick Install Guide, eine Information über gesundheitliche Gefahren und Support, sowie die Treiber-CD bei. Handballenauflage und Netzstecker liegen beide nicht montiert aber gut verstaut in der Pappschachtel.

Installation:
Angeschlossen wird die Logitech G19 per USB. Doch hier fällt ein erster negativer Punkt auf: Die G19 benötigt eine zusätzliche Stromversorgung. Die beiden Kabel sind die ersten 123cm von der Tastatur bis zu einem Y-Stück relativ steif verbunden. Von hier aus misst das USB-Kabel nur noch 57cm bis zum Stecker. Das Stromkabel ist 6cm nach dem Y-Stück mit einem kleinen Stecker versehen, wodurch man beispielsweise für den Transport das Stromkabel entfernen kann. Insgesamt misst der 230V-Anschluss 163cm ab dem Y-Stück. Ein beiliegender Warnhinweis gibt noch eine wichtige Information zur Installation preis: Denn die G19 soll nicht sofort mit dem Rechner verbunden werden, sondern zunächst muss der Treiber installiert werden. Ist dies erledigt, verbindet man die G19 mit PC und Stromnetz. Ist die G19 nur per USB angeschlossen, funktionieren zwar die Hauptfunktionen und der Multimedia-Bereich, auf Beleuchtung, Makrotasten und Display muss man dann jedoch verzichten.

Treiber:
Wie bei den meisten Produkten ist auch bei der G19 leider kein aktueller Treiber dabei. Mit dem beiliegenden Treiber wurde beispielsweise Battlefield: Bad Company 2 nicht unterstützt. Erst nach Download und Installation der aktuellsten Version kommt man in den Genuss der Statistik-Anzeige des Ego-Shooters auf dem Display. Übrigens aber auch nur für den Multiplayer-Teil, während der Singleplayer-Kampagne zeigt das Display lediglich den Bad Company 2-Hintergrund aus dem Hauptmenü. Mehr Informationen zum Display gibt es im nachfolgenden Punkt "Besonderheiten".

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Neben den Display-Einstellungen können natürlich auch die Makro-Tasten ("G-Tasten") im Treiber komfortabel konfiguriert werden. Da jede der 12 G-Tasten dreifach programmierbar ist, können bis zu 36 Befehle zugewiesen werden. Das Umschalten zwischen den 3 Ebenen erfolgt einfach über die Tasten M1 bis M3 direkt darüber. Für das Programmieren wurden hier kaum Grenzen gesetzt: Man kann einfach einer G-Taste eine andere beliebige Taste zuweisen, ein Programm öffnen lassen, einen ganzen Text, den man zuvor zugewiesen hat, per einfachen Tastendruck schreiben lassen, oder eben ein Makro ausführen, das beispielsweise aus einer Abfolge verschiedener Tastatureingaben mit oder ohne Verzögerungszeiten besteht. Die Zeiten können auf eine Millisekunde genau definiert werden. Programmiert werden kann das Makro entweder per Aufzeichnung, oder durch Einfügen einzelner Befehle. Eine Aufzeichnung von Makros kann dabei nicht nur im Treiber, sondern auch on-the-fly mit der Taste "MR" (Makro Record) geschehen. Dazu wird diese gedrückt, gefolgt von der zu belegenden G-Taste und der gewünschten Tastenkombination.

Desweiteren ist auch die Beleuchtung der Logitech G19 beliebig wählbar. Die Farben können aus einer Farbpalette gewählt werden, wodurch jeder seine gewünschte Farbe mischen kann. Ist keine Beleuchtung gewünscht, stellt man einfach als Leuchtfarbe schwarz ein. Zwar gibt es zum Ausschalten der Beleuchtung auch rechts neben dem Display eine Taste, wird diese jedoch gedrückt, geht das gesamte Licht inklusive Display aus - es leuchtet dann nur noch die Power-LED beim Anschlusskabel und die Status-LEDs darunter. Für jede Makro-Ebene kann eine beliebige Farbe eingestellt werden, also kann man mit den Tasten M1 bis M3 auch verschiedene Leuchtfarben ansteuern. Die einzige Ausnahme stellen die Status-LEDs für Num, Rollen und Feststelltaste, Power-LED, Displaysteuerungstasten, die Makrosteuerungstasten M1 bis M3, sowie MR dar, welche immer orange (bzw. MR rot) leuchten.

Besonderheiten:
Natürlich dürfen bei einer Tastatur der Oberklasse keine USB-Anschlüsse fehlen. Bei der G19 ist dieser USB-Hub direkt neben dem Anschlusskabel positioniert und bietet zwei USB 2.0 Schnittstellen. Wie bereits im vorigen Punkt erläutert, besitzt die Tastatur 12 dreifach belegbare Makrotasten. Auch ein Multimedia-Bereich ist selbstverständlich vorhanden. Rechts oben kann man die gewöhnlichen Play/Pause, Stopp, sowie Vor und Zurück Befehle steuern. Direkt darunter kann die gesamte Lautstärke stumm geschaltet werden, oder per Endlosrad die Lautstärke eingestellt werden. Anders als die gesamte Tastatur kann dieses Rad leider nicht mit einer hohen Qualität glänzen. Denn das breite, gummierte Rad lief bei unserem Testexemplar nicht hundertprozentig rund und enttäuschte mit einem ungleichmäßigen Drehwiderstand.

Da es sich beim G19 um eine Gaming-Tastatur handelt, gibt es auch einen praktischen "Gaming-Schalter". Dieser liegt zwischen Makrosteuerung und Displaytasten und erlaubt das Deaktivieren von Windowstasten und Kontextmenütaste. Dazu wird dieser einfach nach rechts geschoben und bestätigt die Aktivierung des Gaming-Modus per Dauerleuchten. Der Vorteil eines sochen Modus liegt auf der Hand: Denn sollte man aus Versehen eine dieser deaktiverten Tasten drücken, wird man nicht automatisch mitten im Spiel auf den Desktop zurückgeworfen. Als Nächstes seien noch kurz die Kabelkanäle unterhalb der Tastatur erwähnt. Denn damit kann beispielsweise das Kabel eines Headsets unter der Tastatur durchgeführt werden, was einen aufgeräumten Arbeitsplatz fördert.

Eines der wohl auffälligsten Merkmale der G19 ist das Display ("GamePanel"). Da dieses nun farbig ist, bieten sich zahlreiche neue Anwendungsmöglichkeiten. Eine davon wurde bereits kurz im Punkt "Treiber" angeschnitten. Das Display bietet mit dem aktuellen Treiber für einige Spiele gute Anzeigen, beispielsweise die Statistiken in Bad Company 2. Es gibt aber auch Spiele, wo sich der Sinn nicht wirklich erschließt. Ein gutes Beispiel ist hier Crysis Warhead, denn in diesem Ego-Shooter zeigt das G19-Display lediglich die selben Informationen, die man auch im HUD angezeigt bekommt - und das sogar nur im Stil der G15 in monochromen schwarz/weiß. Beim Multiplayer-Teil Crysis Wars zeigt sich hier nur wenig Besserung: Eine schwarz/weiß-Anzeige von dezenten Statistik-Infos. Im Endeffekt liegt es am entsprechenden Spiel, ob das Display sinnvoll genutzt wird. Aber das G19-Display kann schließlich noch mehr als nur Spiele-Infos darzustellen. Der Treiber liefert hierzu eine überschaubare Anzahl an Funktionen, darunter CPU- und RAM-Auslastung, Mediaplayer, Diashow, Video-Anzeige, oder POP3-Monitor. Doch hier kann die Community helfen, die bereits sehr viele solcher "Apps" erstellt hat und zum Download anbietet. So findet man beispielsweise ein "VLC Output Module", mit dem man die Videoausgabe des VLC-Mediaplayers auf das G19-Display legen kann, das dort beispielsweise einen Livestream anzeigt.

Komfort / Performance:
Der Tastenanschlag stellt sich als sehr gut heraus. Auch das Tippen längerer Texte gestaltet sich problem- und schmerzlos. Dadurch, dass die Tasten eine leichte runde Vertiefung besitzen, liegen die Finger klar definiert auf den Tasten und ein Abrutschen wird vermieden. Bis auf die Tasten zur Displaysteuerung bieten alle anderen etwa den selben guten Druckpunkt. Logitech verspricht mit der G19 weiterhin eine Anti-Ghosting-Funktion. Diese sorgt dafür, dass bis zu 5 Tasten gleichzeitig gedrückt werden können, ohne dass ein Signalausfall geschieht. In unserem Test schaffte die G19 sogar, das Drücken von 6 Tasten gleichzeitig zu verarbeiten, erst mit 7 gleichzeitigen Tastenanschlägen gab sie sich geschlagen und konnte die Signale nicht mehr zuverlässig liefern.

Zuletzt gibt es neben all den positiven Aspekten noch etwas zu berichten, das negativ aufgefallen ist. Dass die G19 eine zusätzliche Stromzufuhr benötigt, wurde ja bereits bemängelt, doch diese Eigenschaft zieht noch weitere Kreise. Denn im Bereich des Anschlusskabels bzw. dem USB-Hub erwärmt sich die Tastatur spürbar. Im Winter mag das Ganze zwar noch einen netten Nebeneffekt haben, dass man sich an der "Heizung" die Finger wärmen kann - ansonsten ist eine solche Wärmeentwicklung einfach nur unnötiger zusätzlicher Energieverbrauch.

Fazit:
Zusatzausstattungen soweit das Auge reicht: Von einem Dutzend Makrotasten über das Display bis zu beliebiger Tastenbeleuchtung, bekommt man mit der Logitech G19 eine ganze Reihe an Extras, wie sie sonst keine Tastatur bietet. Zwar mag der Eine oder Andere an dem Nutzen eines Displays zweifeln, laufen darauf jedoch die richtigen Applikationen, ist das GamePanel nicht mehr wegzudenken. Ob das Ganze jedoch den Preis von weit über 100 € rechtfertigt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Zuletzt geht unser Dank an Logitech für die Zusendung des Testexmplars.
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Aktualisiert (Dienstag, den 13. Juli 2010 um 18:43 Uhr)







































