Hardwaretest - ROCCAT Pyra

Seit kurzem gibt es von ROCCAT eine neue Maus, die in erster Linie für den Gebrauch an Notebooks gedacht ist. Unter dem Titel "Pyra" wird die kompakte Maus sowohl in einer kabelgebundenen, als auch in einer kabellosen Version angeboten. Beide Versionen sind nun bei uns eingetroffen und haben sich einem umfangreichen Test unterzogen.
Erster Eindruck / Design:
Da die ROCCAT Pyra wie erwähnt für den mobilen Gebrauch vorgesehen ist, fallen die Abmessungen entsprechend klein aus: (LxBxH) 95x61x36 mm. Auch beim Gewicht wurde gespart: Mit nur 70 Gramm wiegen ROCCAT Pyra Wireless und Wired etwa gleich viel. Bei der Wireless-Version kommen allerdings noch 25 Gramm für die beiden AAA-Batterien hinzu, was in immer noch leichten 95 Gramm resultiert. Optisch orientiert sich die ROCCAT Pyra an der ROCCAT Kova. Mit einer ähnlichen V-Form und der Symmetrie ist die Pyra sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder geeignet. Das Umschalten zwischen den beiden Modi kann dabei entweder im Treiber oder direkt per Tastenkombination erfolgen. Recht unauffällig verhält sich die Beleuchtung der Pyra. Die blaue LED strahlt lediglich oben durch den Schlitz zwischen den beiden Haupttasten und unten für den optischen Sensor. Weiterhin fällt auf, dass die kompakte Gaming-Maus seitlich nur eine Daumentaste besitzt. Hinter dieser steckt jedoch mehr, als man zunächst vermutet. Denn mit ROCCAT's neuer "EasyShift[+]"-Funktion können die Maustasten und das Mausrad mit zwei beliebigen Funktionen belegt werden, aber dazu später mehr. Wie auch schon bei der Kova-Maus nutzt ROCCAT auch für die Pyra die "ROCCAT Griptech"-Seitenflächen aus Vollgummi, die einen stabilen Halt gewährleisten. Mit der gleichen Gummierung ist auch das Mausrad versehen, die restliche Oberfläche der ROCCAT Pyra wird von einer glatten, schwarzen Plastikhülle umgeben.

Ausstattung / Versionsunterschiede:
Die ROCCAT Pyra Wireless glänzt mit einem umfangreichen Ausstattungspaket. Neben Quick Install Guide, Treiber-CD und ROCCAT-ID-Card finden sich ein 2,4 GHz USB-Funkempfänger (Nano Receiver), USB-Ladekabel, zwei wiederaufladbare AAA-Batterien, sowie ein weicher Transport-Bag für die Maus im Lieferumfang. Die Unterschiede zur Wired-Version beschränken sich hier lediglich auf den fehlenden Receiver, Batterien und USB-Kabel, die die kabelgebundene Fassung logischerweise nicht benötigt. Das USB-Ladekabel der Wireless-Version ist mit 1,53m etwas länger als die versprochenen 1,5m, aber unwesentlich kürzer als der USB-Anschluss der Wired-Variante mit 1,54 Metern. Da man die ROCCAT Pyra Wireless in der Regel ohne das Ladekabel betreibt, kann man sich aber noch um einiges weiter vom Rechner entfernen. Bei unserem Testexemplar brach die Funkverbindung zwischen Maus und Nano Receiver erst bei einer Entfernung von über 6,70 Metern ab - Ein Wert der für jeden Nutzer mehr als ausreichend sein sollte, schließlich kann man bei dieser Distanz kaum noch Details auf dem Monitor erkennen.

Optisch unterscheiden sich die Wireless und Wired-Ausführung kaum. Von oben betrachtet sind sie identisch, nur am vorderen Ende gelangt bei der Wired-Version das USB-Kabel in die Maus, während sich bei der kabellosen Fassung dort der Mini-USB-Port befindet. Auf der Unterseite sieht das Ganze etwas anders aus. Die kabelgebundene Pyra besitzt unten lediglich den "Motion Blue-Optic Sensor", sowie die fünf Gleitflächen. Bei der Pyra Wireless findet man zusätzlich das Batteriefach, einen Ein-/Ausschalter, einen Synchronisations-Taster und einen Stauraum für den Nano Receiver, damit dieser beim Transport nicht abhanden kommt.

Treiber:
Die Treiber für die ROCCAT Pyra Wireless und Wired sind identisch. Als einziger Unterschied ist je nach Version oben links das Symbol der kabellosen oder kabelgebundenen Version zu sehen. Leider ist auf der mitgelieferten Treiber-CD nicht die aktuellste Treiberversion. Ein Update auf die neueste Treiberversion empfiehlt sich alleine schon aufgrund der vielen neuen Makropresets. Im derzeit aktuellen Treiber 1.35 gibt es voreingestellte Makros für 20 Spiele und 10 Anwendungen. Als Extrembeispiel soll hier Age of Conan dienen, für das knapp 60 vorkonfigurierte Makros vorhanden sind. Selbstverständlich können aber auch eigene Makros erstellt und editiert werden. Für eigene Makros wird zunächst ein maximal 15-stelliger Makroname vergeben, um anschließend nach Belieben mit Tastenkombinationen, Mausradaktionen und Verzögerungszeiten ein komplexes Makro zu erstellen. Natürlich ist es auch möglich, Makros einfach und bequem aufzuzeichnen.

Die Makros können anschließend einer beliebigen Maustaste zugewiesen werden, nur die beiden Haupttasten lassen sich nicht ändern. Wie bereits erwähnt, kommt die ROCCAT Pyra mit der neuen Funktion EasyShift[+]. Damit lassen sich die Funktionen jeder Maustaste verdoppeln. Per Druck auf die Daumentaste wird EasyShift[+] aktiviert und beispielsweise das Mausrad kann zur Lautstärkeregelung genutzt werden. Im EasyShift[+]-Modus können zudem die beiden Haupttasten mit beliebigen Funktionen versehen werden, zum Beispiel mit den Browser-Befehlen "Vor" und "Zurück". All das kann im Treiber komfortabel über den Menüpunkt "Button Assignment" eingestellt werden.

Unter "Main Control" können, wie der Titel vermuten lässt, sämtliche Haupteinstellungen vorgenommen werden. Unter anderem kann die Sensorauflösung in drei Stufen von 400 über 800 bis 1600 dpi geregelt werden. Alle vorgenommenen Einstellungen lassen sich in einem der 5 Profil-Slots speichern. Weitere Profile können auf der Festplatte gespeichert werden und bei Bedarf importiert werden. Ein Profil lässt sich entweder manuell aktivieren, oder automatisch durch Anwendungszuweisungen. Dabei startet das entsprechende Profil selbstständig, wenn eine der bis zu drei möglichen exe-Dateien ausgeführt wird. Alternativ kann aber auch ein Befehl zum Wechseln von Profilen auf eine Maustaste gelegt werden.

Performance:
Für Spieler mögen die maximalen 1600 dpi, die mit dem optischen Sensor möglich sind, zunächst wenig erscheinen. Betrachtet man dies jedoch mit dem Hintergrund, dass die ROCCAT Pyra für den Einsatz an Notebooks gedacht ist, ist dieser Wert durchaus ausreichend. Im Spieleeinsatz schließlich leistet sich die Pyra keine Patzer und bleibt stets präzise. Bei der Wireless-Variante sollte man jedoch auch die Uhr im Blick haben, denn bei unserem Testexemplar wollten die Akkus bereits nach 2 Stunden wieder geladen werden. Beim Laden muss übrigens der USB-Receiver eingesteckt bleiben, da über das USB-Kabel nur die Batterien geladen werden und keine Datenübertragung erfolgt. Einer der wenigen Mankos an der ROCCAT Pyra ist das 2-Wege-Mausrad. Denn dieses zu drücken, erfordert vergleichsweise viel Kraft und auch das Klickgeräusch ist relativ laut. Auf der anderen Seite ist es für Drehbewegungen mit einer klaren Rasterung versehen und die Gummierung bietet einen sicheren Halt.

Fazit:
Mit der Pyra liefert ROCCAT erneut ein sehr gutes Produkt. Zwar wird die geringe Größe nicht jedem Spieler zusagen, doch gerade das sorgt für hohe Mobilität und wenig Platzverbrauch. Auch das Fehlen der zweiten Daumentaste hat ROCCAT mit EasyShift[+] clever gelöst. Ein weiterer großer Pluspunkt ist, dass die Pyra sowohl für Rechts- als auch für Linkshänder geeignet ist. Welche Version der Pyra die bessere ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zur Zeit kostet die ROCCAT Pyra Wireless mit knapp 57 € rund 20 Euro mehr als die kabelgebundene Variante.
Zum Schluss geht unser Dank noch an ROCCAT für die Zusendung der Testexemplare.
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