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[PC] Spieletest - Dragon Age Origins: Awakening

Spieletest -  Dragon Age Origins: Awakening

 

                                                                       

2009 wurde uns mit Dragon Age Origins das beste Rollenspiel des Jahres beschert. Nun ging Bioware‘s Erfolgsspiel am 18. März mit dem offiziellen Add-on "Awakening" in die zweite Runde.

Ob diese Erweiterung jedoch an den Erfolg von Dragon Age Origins anknüpfen kann, wird sich im nachfolgenden Test zeigen.

 

 

Awakening startet da, wo das Hauptspiel aufhört. Als Held von Ferelden, Bezwinger des Erzdämons, muss man nun den Orden der Grauen Wächter wieder aufbauen. Schauplatz dieses Unterfangens ist Vigils Wacht in dem Gebiet Amaranthine, ehemaliges Arltum von Brandon Howe, der einigen noch aus dem Hauptspiel bekannt sein dürfte. Doch nicht nur der Orden muss wieder aufgebaut werden. Die dunkle Brut ist, obwohl der Erzdämon besiegt wurde, wieder auf dem Vormarsch und organisierter und gefährlicher denn je. Wer sind ‚die Kinder‘ und was hat die Dunkle Brut mit ‚dem Architekten‘ zu tun? Dies und noch viele weitere Fragen gilt es zu beantworten.

In Dragon Age Awakening habt ihr die Möglichkeit euren alten Charakter aus dem Hauptspiel samt seiner getragenen Ausrüstung zu importieren oder einen neuen Charakter zu erstellen, der als Level 18 Wächter aus Orlais an den Start geht. Obwohl der neu erstellte Charakter ohne die mächtige, mühsam zusammengesuchte Ausrüstung aus dem Hauptspiel in das neue Abenteuer aufbrechen muss, ist er jedoch keinen Falls im Nachteil. Schon nach kurzer Zeit findet man, durch die nun neun Qualitätsstufen jedes Materials, Items die sogar die besten Gegenstände aus Dragon Age Origins um Längen übertreffen.

 

 

                                 Dragon Age Origins Awakening


 Je nachdem, wie der Charakter das Hauptspiel abgeschlossen hat, wird er in Vigils Wacht von König Alistair oder Lady Anora begrüßt. Abgesehen von dieser Szene und ein paar Kleinigkeiten, gibt es jedoch keine gravierenden Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Eigentlich schade…

Des Weiteren kommt man in den Genuss mit einer fast vollkommen neuen Gruppe an Begleitern gegen die dunkle Brut in den Kampf zu ziehen. Natürlich trifft man auf einige seiner ehemaligen Gefährten, doch die haben abgesehen von einigen Sätzen nicht viel zu sagen und zur Story bei zu tragen. Auch das ist eigentlich nicht das, was man von einem Spiel wie Dragon Age erwartet. Immerhin sind einem einige dieser Charaktere in den Stundenlangen Versuchen, Ferelden zu retten doch ans Herz gewachsen.

Im Punkt Charakterentwicklung hat Bioware jede Menge neue, teils erst ab einem hohen Level zur Verfügung stehende Talente, drei neue Fähigkeiten und jeweils 2 neue Spezialisierungen für jede Charakterklasse spendiert. Als Fähigkeiten für Charaktere ab Level 20 stehen nun permanente Verbesserung der Gesundheit, oder der Ausdauer / Mana zur Verfügung, aber auch das Erstellen von mächtigen Runen. Dazu aber später mehr…

 

Gameplay

Im Punkto Gameplay hat Bioware versucht, die kleinen Tücken des Hauptspiels aus zu Bügeln. Die Fähigkeiten und Item-Leiste am unteren Bildschirmrand ist tüchtig gewachsen.

Auch gibt es nun ein 'Handbuch der Konzentration' zu kaufen, das ALLE gesetzten Punkte, sei es für Spezialisierungen, Talente oder Fähigkeiten, wieder zurücksetzt. Es ist ein Item, auf das viele, die ihre Charaktere in dem einen oder anderen Punkt "verskillt" haben, sehnlichst gewartet haben. Da dieses Item jedoch unbegrenzt zur Verfügung steht, wird jedoch ein gewisser Teil des Spielspaßes genommen, da man den Charakter so jedes Mal wieder vollkommen neu planen und erstellen kann und somit ein wichtiger strategischer Aspekt des Spieles einfach verschwindet.

 

                              

 

Bioware hat sich außerdem die Mühe gemacht, das Balancing des Spieles anzupassen, welches bei Origins teilweise zu ausweglosen Situationen mit übermächtigen Gegnern geführt hat. Das Resultat: Der Schwierigkeitsgrad von Awakening ist zu niedrig. Hatte man im Hauptspiel schon manchmal auf Normal bei vielen Bossen einen harten, fast unbesiegbaren Gegner, so sucht man diesen im Add-on auf dem gleichen Schwierigkeitsgrad vergeblich nach einer Herausforderung. Hinzu kommt nun, dass man sich, dank der neuen Fähigkeit ‚Runen erstellen‘ und der neuen zwei Qualitätsstufen 'Spezialist' und 'Paragon' mächtige Runen erstellen kann, die aber durch den zu leichten Schwierigkeitsgrad vollkommen sinnlos sind und das Spiel noch weiter vereinfachen.

Die neuen Gefährten hingegen sind charakterlich sehr gut gelungen. Zwar gibt es nicht mehr so viele Dialoge, wie im Hauptspiel, doch sind die Gespräche zwischen den Gefährten wesentlich Häufiger geworden und sorgen mit den richtigen Kombinationen von Gefährten gelegentlich für den ein oder anderen Schmunzler.

Natürlich hat man auch in Awakening teils mehr, teils weniger tiefgründige Entscheidungen zu treffen - bzw. sollte man sie laut Bioware treffen können. Tatsächlich sind es nur wenige Entscheidungen, die man im Spiel treffen kann und noch weniger, die einen wirklichen Einfluss auf die Story haben. Schade! Immerhin ist es die Möglichkeit durch Entscheidungen die Story zu beeinflussen, die Dragon Age zum Teil zu so einem guten Spiel gemacht hat.

Und nun? Wenige Entscheidungen, die im Add-on zu treffen sind und die Entscheidungen, die man im Hauptspiel getroffen hat, werden bis auf eine Kleinigkeit vollkommen unberücksichtigt gelassen?

Die Story hingegen ist, wie man es von Bioware erwartet, fesselnd. Endlich erfährt man mehr über die Hintergründe der Dunklen Brut und der Verderbnis, gegen die die Grauen Wächter seit Jahrhunderten immer wieder zu kämpfen haben. 

Leider ist das Spiel aber recht kurz. Nach schon knapp 16 Stunden war das Spiel mit annähernd allen Nebenquests durchgespielt.

 

Steuerung

Da es sich bei Dragon Age Origins: Awakening um ein Add-on handelt und sich somit an der Steuerung des Spiels nichts geändert hat, wird die Bewertung des Hauptspiels übernommen.

 

Grafik/Sound

Im punkto Grafik und Sound hat sich zum Hauptspiel nichts geändert. Es gibt bei den Dialogen kleine Patzer, aber die sind zu verschmerzen. Ansonsten wird der Spieler von stimmungsvoller Musik an schön gestaltete Schauplätze begleitet.

 

Fazit

Insgesamt ist Awakening als Add-on zwar keine wirkliche Enttäuschung, aber Bioware hätte durchaus mehr aus den, im Hauptspiel und auch im Add-on gemachten Entscheidungen schöpfen können. Zwar haben die Entwickler sich Mühe gegeben, das teils fehlende Balancing des Hauptspieles auszugleichen, aber dafür das Spiel einfach viel zu leicht gemacht. Gut gelungen sind dafür aber die zusätzlichen Spezialisierungen und Fähigkeiten, durch die eine noch individuellere Charaktergestaltung möglich ist.

Das Problem ist nun eine angemessene Bewertung zu finden. Prinzipiell ist Awakening  ein durchaus spielenswertes Add-on. Der bittere Nachgeschmack ist leider, dass die Entwickler viel mehr aus dem ihnen mit Dragon Age Origins zur Verfügung stehenden Potentials hätten schöpfen können.

Die Enttäuschung darüber, dass die Entscheidungen, die man im Hauptspiel gefällt hatte, eigentlich vollkommen egal waren, die alten Gefährten einfach verschwunden sind und somit einfach das Add-on vom Hauptspiel komplett abgerissen und herzlos wirkt. Diese Punkte mussten irgendwie in den Punkten Story und Gameplay ihren Weg in die Bewertung finden.

 

 

                                                          

 

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